Die größten Märchen zum Thema Ernährung

Beim Thema Ernährung sind viele „Weisheiten“ im Umlauf, die sich hartnäckig halten, dabei aber vielfach gar nicht zutreffen. Manche können sogar mehr schaden als nützen. Wir verraten Ihnen, welche Ratschläge Sie ins Reich der Märchen verbannen können.


 


Märchen: Margarine ist gesünder als Butter.


Die Wahrheit: Gute Margarinen enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel haben sollen. Bis heute konnte jedoch nicht sicher nachgewiesen werden, dass Margarine tatsächlich vor Herzkrankheiten schützen und den Cholesterinspiegel senken kann. Vielmehr verdächtigt man die bei der Margarineproduktion entstehenden Transfettsäuren sogar, das Herz-Kreislauf-Risiko zu erhöhen. Eindeutig falsch ist die Ansicht, dass man mit Margarine Kalorien einsparen kann: Normale Margarine enthält ebenso viel Fett wie Butter und auch annähernd so viele Kalorien.


 


Das Märchen: Spätabends essen macht dick.


Die Wahrheit: Eine amerikanische Ernährungsstudie hat bewiesen: Nicht der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme hat Einfluss auf das Körpergewicht, sondern lediglich die Menge der Kalorien, die man im Laufe des Tages zu sich nimmt. Die Empfehlung, abends nichts Schweres mehr zu essen, hat einen anderen Hintergrund: Weil die Verdauungsvorgänge während der Nacht langsamer ablaufen, liegt die späte Mahlzeit unter Umständen schwer im Magen und stört den Schlaf.


 


Das Märchen: Light-Produkte machen schlank.


Die Wahrheit: Weil Light-Produkte das Gefühl von „Genuss ohne Reue“ vermitteln, verleiten sie zum ungenierten Zugreifen. Doch wer zu viel isst, nimmt auch von „Leichtem“ zu. Das Volumen von Light-Produkten wird vielfach durch Aufschäumen erzielt, zudem ersetzt man Fett häufig durch Wasser, Zucker und Zuckeraustauschstoffe. Der Körper reagiert auf diese Mogelei, indem sich sehr schnell neuer Hunger einstellt.


 


Das Märchen: Ein Schnaps nach dem Essen ist gut für die Verdauung.


Die Wahrheit: Alkohol ist nicht in der Lage, den Verdauungsvorgang zu beschleunigen – ganz im Gegenteil: Im Übermaß genossen, kann er die Verdauung sogar verlängern, weil der Organismus zunächst einmal den Giftstoff Alkohol abbauen muss und sich erst danach wieder der Verdauung der Fette zuwenden kann.


 


Das Märchen: Spinat enthält das meiste Eisen.


Die Wahrheit: Der Klassiker unter den Ernährungsmythen hält sich eisern, obwohl er schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts korrigiert wurde. Der Irrtum kam zustande, als ein Schweizer Physiologe den Eisengehalt von Spinat ermitteln wollte. Dazu verwendete er getrocknete Ware, was bei der Niederschrift seiner Forschungsergebnisse übersehen wurde. Daher wurde dem Spinat ein Eisengehalt von 35 mg pro 100 Gramm angedichtet, während es in Wahrheit nur 3,5 mg sind.


 


Und worauf kommt es wirklich an?


Wer sich richtig und gesund ernähren möchte, sollte sich an die einzig sinnvolle Empfehlung halten: Achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die den Körper mit allen notwendigen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen versorgt sowie auf eine gut funktionierende Verdauung. Da nicht jedes Lebensmittel alle notwendigen Nährstoffe enthält, ist es wichtig, abwechslungsreich, frisch und nährstoffschonend zu kochen. Möglichst auf vorgefertigte Speisen verzichten und beim Einkauf zu frischen Produkten der Jahreszeit greifen. Wichtig: Immer neugierig bleiben und ruhig einmal Lebensmittel probieren, die man noch nicht kennt. Auch das trägt dazu bei, dass Essen nicht zur lästigen Pflicht verkommt und wieder Freude macht. Denn bewusstes und gesundes Essen hat nichts mit Verzicht zu tun – es bringt mehr Genuss und Lebensqualität, weil man sich ganz einfach besser fühlt.


 


Ernährung aktuell: Naschen ist erlaubt!


Sie glauben, Süßes sei während einer Schlankheitsdiät tabu? Stimmt nicht. Beim Abnehmen durch eine ausgewogene Ernährung ist alles erlaubt. Es kommt nur auf die richtige Menge und die Zusammensetzung der Nährstoffe an. Wer seine Lieblinge Schokolade, Gummibärchen oder Eis strikt meidet, beschwört Heißhunger herauf. Süßmäuler dürfen daher Naschereien ganz gezielt in ihrem Speiseplan mit einbauen. Bewusst mit allen Sinnen, beispielsweise nach einer Mahlzeit genossen, helfen sie dabei, die guten Vorsätze auch einzuhalten.


 


Kalorienfalle: Nicht zu häufig außer Haus essen


Menschen, die regelmäßig auswärts in der Kantine oder im Restaurant essen, nehmen im Allgemeinen mehr Kalorien zu sich und bewegen sich weniger – so das Ergebnis einer großen Untersuchung. Das Resultat: Kalorienreiche Getränke sowie Süßigkeiten wie Eiskrem oder Kuchen werden besonders gerne auswärts konsumiert. Die Autoren der Studie möchten die Verbraucher ermutigen, auch in der Gaststätte eine gesunde Auswahl an Speisen zu treffen und auf eine angemessene Portionsgröße zu achten. 





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