Schlecht riechender Atem ist unangenehm, oft sogar peinlich. Dass aber häufig eine ernsthafte Erkrankung hinter der üblen Note steckt, wissen nur wenige.
Früh, direkt nach dem Aufwachen, hat ihn jeder: Mundgeruch. Das ist auch natürlich, denn während des Schlafens läuft die Speichelproduktion auf Sparflamme. Und weniger Speichel heißt: Kariesbakterien werden nicht weggespült und können ungestört Speisereste zwischen den Zähnen zersetzen, die die Zahnbürste nicht erwischt hat. Die dabei entstehenden Gase – vor allem Schwefelverbindungen – nimmt man als unangenehmen Geruch wahr. Ein vorübergehendes Problem, denn nach dem Zähneputzen beziehungsweise nach dem ersten Bissen, der den Speichelfluss wieder anregt, verschwindet der morgendliche Mundgeruch.
Anders bei mangelnder Mund- und Zahnhygiene: Wer Zähne oder Zahnersatz nicht regelmäßig putzt, die Zwischenräume nicht mit Zahnseide reinigt, Zahnlöcher vom Zahnarzt nicht sanieren lässt und Zungenbeläge nicht entfernt, muss mit chronischer Geruchsbelästigung aus dem eigenen Mund rechnen. Aber auch Erkrankungen wie Zahnfleisch-, Zahnbett- oder Zahnwurzelentzündung können Mundgeruch verursachen. In diesen Fällen ist der Zahnarzt der erste Ansprechpartner.
Scheiden Mund- und Zahnprobleme als Grund für chronisch schlechten Atem aus, sollte man Spezialisten zu Rate ziehen. So prüft der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, ob der Geruch durch
- eine chronische Mandelentzündung,
- eine chronische Entzündung in der Nase oder den Nasennebenhöhlen zustande kommt.
Der Internist untersucht, ob
- eine Magenschleimhautentzündung vorliegt,
- es häufig zu saurem Aufstoßen kommt
- sich Ausstülpungen der Speiseröhre gebildet haben oder
- die Darmfunktion gestört ist.
Aber auch Erkrankungen wie ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus, Funktionsstörungen der Leber oder Niere sowie eine chronische Bronchitis oder Lungenentzündung kommen als Ursache in Frage.

